Logbuch meiner Radltour von Danzig nach St. Petersburg im Mai 2011

 

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Über

Rudi Plank

66 Jahre, verheiratet, 1 Sohn, Mai 2011 auf Fahrradtour von Danzig nach St. Petersburg.

Klassische Musik, Zaubern, Radlfahrn, Schifahren, Reisen, Lesen...

magic@rudolf-plank.de

Alter: 72
 



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Blog

1. Juni Pulkove Airport St. Petersburg, Heimflug

Abflug nach München, 1.Juni  Pulkovo Airport  St. Petersburg

Very funny:

Nachdem ich mein Zeugs aus dem Taxi entladen hatte, der Taxifahrer wollte gerne mal eine Runde mit meinem vollbeladenen Radl drehen, was ich ihm auch gerne gewährte, ging es in die Abfertigungshalle.

Anstatt einem herzlichen Grüß Gott sind sie gleich zusammengelaufen und wollten partout mein Radl durch eine der Security Maschinen durchlassen.

Das konnte  aber schon ein Blinder mit dem Hacklstock sehen, dass mein Radl da nie und nimmer durchpassen würde. Aber meine ganzen zarten Proteste haben nix gefruchtet, zuerst haben sie es aufrecht probiert. Dann schräg, dann hatte eine der Offiziösinnen – oder war es gar schon eine Majorin, die glorreiche Idee, wenn es schon aufrecht nicht durchpasst, vielleicht geht’s dann wenn man das Radl umdreht, gesagt getan, das Radl sollte jetzt auf dem Kopf stehend in das Miniloch reinfahren, aber – wie alle in der inzwischen beträchtlich angewachsenen und amüsierten Zuschauermenge folgerichtig erwartet hatten - umgekehrt geht es auch nicht.

Jetzt wollen sie es mit Gewalt versuchen, der Lenker meines armen Radls zeigt schon nach hinten, da wird es mir aber zu dumm, ich erkläre ihnen, dass wenn an meinem Radl irgendwas kaputtgehen sollte, sie zu bezahlen hätten.

Daraufhin haben sie – natürlich vergebens - versucht, mich zum Zerlegen meines Radls zu bewegen!

Durch meine jahrelangen Ostkontakte abgebrüht (ich war viele Jahre bei Siemens im Osteuropavertrieb tätig und hatte damals, bereits zu Zeiten des kalten Krieges gelernt, mit den Grenzpappenheimern umzugehen) habe ich jetzt mal andere Seiten aufgezogen, habe verlangt, dass der höchste Offizier kommen sollte und habe seelenruhig angefangen, die in den Vorfall involvierte Truppe mit meinem iphone zu fotografieren, nebst meinem armen Radl, das ganz verdreht und unglücklich vor dem Loch der Security Maschine vor Angst schlotterte.

Wie erwartet, lösten meine Foto Aktivitäten eine heftige Reaktion aus, die ranghöchste  Milizionärin hat eigenhändig ihre Hand vor die Linse gehalten, wollte, dass ich die Fotos lösche, was ich sofort zusagte, jedoch nur, wenn sie mir nachweisen würde, dass es sich hier um einen militärischen Sicherheitsbereich handele.

Es hat dann gar nicht mehr lange gedauert, da kam der allerhöchste Offizier in Begleitung eines etwas weniger allerhöchsten Offiziers angerauscht, um das Chaos zu schlichten.

Mein Gott - es hat sich absolut gelohnt!

Dieser allerhöchste Offizier, wohl im Range eines Vizeadmirals, war eine der schönsten Frauen, die ich je gesehen hatte. Dunkler Typ, vielleicht Kaukasierin, lange schwarze Haare, eine bellississima figura ohne Ende (in die sexy Uniform  mit kniefreiem Rock gezwängt, high heels - of course!), mein Gott, wie war ich glücklich!

Ich habe auch schnell einen guten Draht zu ihr gefunden, sie hat das Problem erkannt und – sie war zweifellos Kategorie Eins Ehrenmitglied – hat ihren persönlichen Adjudanten losgeschickt, mit mir und dem Radl im Kielwasser, quer durch den Flughafen zu einer Spezial Security Maschine. Mit ihr können Passagiere, die zum Beispiel einen Autokran oder einen Caterpillar im Fluggepäck  mitführen, diese durchleuchten lassen.

Mein Radl war stolz wie Oskar, wie es aufrecht stehend, ohne irgendwo anzuecken, ganz locker durch den geräumigen Tunnel gefahren wurde!

Die ganze Zeit hat die Schöne aus dem Kaukasus meine vier Radltaschen plus den Helm bewacht, die inmitten der Security Halle wild aufgehäuft lagerten.

Jetzt war ich zurück, musste nur noch schnell hoch zum Lufthansa Ticket Schalter, wo eine Kategorie-3 Maus mich noch ein bisschen ärgern wollte. Sie wollte mir nämlich meine Angabe des Radlgewichts (18kg) nicht glauben.

Ich habe ihr dann einen Gratis Vortrag spendiert über customer orientation, habe ihr die Funktion meines Pfeffersprays eingehend erläutert und ihr ein Karriereende in Semipalatschinks in Hintersibirien in Aussicht gestellt, wenn sie nicht sofort spurt und mir ermöglicht, und zwar sofort hier und jetzt den Extratarif für den Radltransport zu entrichten. Das hat sie dann letztlich auch eingesehen und ich bin zurück zu der schönen Kaukasierin, sie hat immer noch brav auf mein Gepäck aufgepasst und auf mich gewartet.

Noch ein letzter Blick in ihre pechschwarzen Augen, mein zart hingehauchtes „Thanks a lot for your help, you are really beautiful and I will never forget you“ entlockt ihr ein müdes Lächeln und die Romanze endete, bevor sie noch richtig begonnen hatte.

Im Hochgefühl meines Triumphes habe ich mich von meinem geliebten Pfefferspray getrennt und habe es einem der russischen Security Guards geschenkt. Ich werde natürlich umgehend der Deutschen Wehrmacht und dem österreichischen Bundesheer einen entsprechende Tip zukommen lassen, so dass sich diese Staaten auf die veränderte Bedrohungslage rechtzeitig einstellen können!.

Ich war jetzt endgültig durch den Zoll durch und der Rest war nur mehr ein Klacks, keine weiteren Lufthansa-Fiesematenten und schon sitze ich im Airportrestaurant und freue mich auf den Heimflug und auf ein Wiedersehen mit meinen Lieben und Freunden.

PS: Mein abschließender Körperteil war ganz überrascht, als er erfuhr, daß es schon aus ist, und er wollte wissen, ob wir wieder mal sowas machen werden und ob er wieder mitfahren könnte!

Werde ich mir schwer überlegen!

Schaun wir mal.

1.6.11 13:22


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31. Mai St. Petersburg vom Hotel zur Eremitage und retour, 34 km, total 1311 km

31.Mai St. Petersburg Park Inn Hotel zur Michailowsky Kathedrale, 34 km, Total 1311 km

07.00 Frühstück mit anschließender Verabschiedung von Leo. Um 07.45 entschwindet er schwerbepackt in Richtung Lagodasee. Über seinen Reisefortschritt berichtet er unter

http://elpi68.myblog.de

Er will in 17 Tagen über Murmansk bis zum Nordkap radeln, mit für mich unfassbaren langen  Tagesetappen, alle über 100 km, einmal sogar bis 180 km!

Nach diesen gewaltigen Distanzen wird er in seinem Blog wohl auch nur das allernötigste festhalten.

Ich fahre – heute ohne Gepäck – leichtbeschwingt den Moskovski Prospekt entlang in Richtung Eremitage. Es stellt sich heraus, dass besagter Moskovski Prospekt 10 km lang ist! Es ist eine der Prachtstraßen, die unter dem kommunistischen Regime angelegt wurden, alles sollte gigantisch wirken. Dabei sind die riesigen Gebäude interessant strukturiert, auch gut meist sehr gut dekoriert und ziemlich gut in Schuss. Da heute auch strahlender Sonnenschein herrscht, genieße ich diese Zeitreise in die 40-er, 50-er und 60-er Jahre sehr. Noch dazu teile ich mir die überbreiten Gehwege mit vielen langhaxerten St. Petersburgerinnen, natürlich alle mit High Heels bewaffnet. Die maskulinen Gegenstücke fallen mangels jedweder Dekoration praktisch nicht auf.

Endlich im Zentrum , dem Newski Prospekt angekommen, steuere ich direkt die Michaelowski Kathedrale an und lasse mir von einer rothaaarigen Schönen meine Radltour-Gipfelfotos machen. Zur Vorsicht widerhole ich die Fotoprozedur nochmals vor der Eremitage, aus Gründen der political correctness heuere ich diesmal einen blonden Milizionär als Fotografen an.

Dann kehre ich in mein St. Petersburger Lieblingslokal ein, das Cafe Romanoff und bekomme als Vorspeise Julienne, gefolgt von einem zart mit Rosmarin gedünsteten rechten Kaninchenbeinchen, begleitet von zwei frisch gezapften Baltica Bieren und das Ganze abgerundet mit einem Cappucino.

Übrigens ist in St. Petersburg gerade die Sushi Welle ausgebrochen. Das hat den Vorteil, dass die Restaurants jetzt nicht mehr in Kyrillisch beschriftet sind, sondern in Japanisch. Das können dann wenigstens die paar japanischen Touristen lesen.

Ja, mit Hin und Rückweg sind somit heute auch noch einmal 34 km zusammengekommen.

Jetzt ist meine Tour beendet, es ist alles glatt gegangen. Zuhause werde ich nochmal nachdenken und an den blog ein kleines Resumee meiner Radltour anhängen, schaut bitte nochmal am 4. Juli in meinem blog vorbei.

Liebe blog-Freunde, jetzt bedanke ich mich bei  Euch für Euer Interesse an meinen Abenteuern und für Eure Reisebegleitung, hoffentlich habt ihr Euch auch ein wenig dabei unterhalten.

Ich kann abschließend nur sagen: es war sehr schön und hat mich sehr gefreut!

post scriptum:

Gerade haben sie  über Bayern 3 Internetradio durchgegeben, dass die kleine Schildkröte,die unermüdliche Tranquilla Trampeltreu, auf ihrer Wanderung von München zum Chiemsee heute vormittag in Prien am Chiemsee eingetroffen ist. Der Bürgermeister hat es sich nicht nehmen lassen sie am Ortsanfang feierlich zu empfangen!

Die Blaskapelle war auch angetreten und hat sie mit lustigem Spiel bis zum Gasthof zur alten Post geleitet, wo ihr der Wirt einen ganz frischen Eisbergsalat kredenzt hat.

Inzwischen liegt sie in einem weichen Federbettchen in der Honeymoon Suite der Alten Post und erholt sich tief eingeschlafen von den Strapazen ihrer Reise.

Respekt liebe Tranquilla Trampeltreu!

Hat mich sehr gefreut von Dir zu hören und vielleicht geht wieder mal was gemeinsam zusammen.

Du von hier nach dort und ich von da nach …?

31.5.11 17:00


30. Mai von Volosov nach St.Petersburg, 76 km, 1276 hinter und noch 10 km bis ins Zentrum

30. Mai von Volosov nach St. Petersburg, 76 km bis zum Hotel, noch 10km bis ins Zentrum

Um 08.15 haben Leo und ich unsere Drahtesel gesattelt und nehmen meine letzte große Reiseetappe guten Mutes in Angriff.

Eigentlich geht’s zweimal nur geradeaus, einmal ostwärts gute 40 km bis zur Stadt Gatchina, dann 35km nach Norden, davon die letzten 20 km nach St. Petersburg hinein auf der Autobahn.

Der Verkehr steigerte sich während der ganzen Strecke kontinuierlich, da St. Petersburg ja eine 4,5 Millionenstadt ist, war der Verkehr im Einzugsbereich der Stadt schon heftig.

Die Dame vom Typ Babuschka an der Rezeption unseres 50 Sterne Hotels in Volosov war gestern Abend noch etwas reserviert, wir hatten keine gemeinsame Sprache und sie war es nicht gewöhnt, mit Händen und Füßen und Zettel und Bleistift zu kommunizieren. Sie hat es dann aber doch irgendwie geschnallt, dass wir beträchtliche Strecken mit dem Velociped zurückgelegt haben (ich) bzw. noch werden (Leo) und hat uns darob so lieb gewonnen, dass sie mich beim Abschiednehmen heute Morgen am liebsten an ihrem gusseisernen BH (Größe 45, Triple D) zerdrückt hätte! Vorsichtshalber hatte ich meinen Pfefferspray aber schon entsichert. Neben ihrem Job als Rezeptionistin hatte sie auch noch das Solarium zu managen und war zum Dritten auch noch die Taxirufzentrale Volosovs.

Gestern Abend mussten wir noch vors Haus, im Hotel gab es nix zum Essen und um nicht vor Hunger einzugehen sind wir der Empfehlung gefolgt und haben das Cafe gegenüber der Miliz aufgesucht.

Das kleine neue Gebäude war außen in den Farben Weiß und Blau bemalt. Alle Fenster waren mit ebenfalls blauen verstellbaren Stoffjalousien verhangen. Entsprechend eigenartig war es innen drin, wir waren vorerst wieder einmal die einzigen Gäste - die einzige aber stimmungsvolle Lichtquelle war der Fernseher in dem eine Zweite Weltkriegs Soap Opera  lief. Die Chefin hatte ihren Stuhl in ein Meter Entfernung direkt vor dem Fernseher aufgebaut und folgte mit dem Rücken zu ihrem Lokal sitzend fasziniert dem Fortgang der Schmonzette.

Leider mussten wir sie stören. Die Auswahl der Speisen aus der Vitrine war sehr einfach, einmal aufgrund der eingeschränkten Auswahl und zum anderen, weil uns die Wirtin über alle Sprachgrenzen hinweg mit eindeutigen Gesten über die Qualität respektive über die Genießbarkeit Bescheid gab, so schilderte sie uns eine Art von Fleischsalat so: eine Handbewegung vom offenem Mund schwungvoll in Richtung Boden? – Alles klar?

So war unser Mahl relativ zu der zurückgelegten Strecke davor extrem karg, lediglich angereichert durch die Gesellschaft eines in Zivil gekleideten und bereits leicht angeschickerten Majors der Miliz von Volosovo, der uns eindringlich auf das große Herz der russischen Bevölkerung hinwies und uns das unbedingt durch eine größere Wodkaspende beweisen wollte. Wir aber haben den Sportler raushängen lassen und sind im leichten Regen durch die deprimierenden Plattenbausiedlungen Volosolovs in unser Hotel zurückgeschlichen.

Mir geht das Schicksal der Kinder sehr ans Herz, die in ein solches trostloses Environment hineingeboren werden. Ich befürchte, dass viele von ihnen nie aus dieser Umgebung werden sich befreien können. Ihr unmittelbarer Lebensbereich bietet wirklich nix Erbauliches, im Gegenteil, die Eingangstüren der Wohnblocks bestehen aus verrosteten Blechtafeln, die Gebäudefugen bzw. die Stöße der Plattenelemente sind unverputzt, die Außenanlagen sind entweder verfallen oder gar nie in Angriff genommen worden! Und die Zufahrtsstraßen sind eine Ansammlung von Schlaglöchern und Frostkratern. Die einzigen instandgehaltenen Gebäude sind die der Miliz und der Stadtregierung.

Von kulturellen Angeboten keine Spur!

Der Kontrast zwischen Volosolov und dem 70 km entfernten St. Petersburg ist enorm. Zwar trifft man auch in St. Petersburg immer noch viele bauliche Erinnerungen an die schlimme Zeit, doch sieht man allenthalben die Früchte der Bemühungen, sich dem westlichen Qualitätsniveau zu nähern. Natürlich sind da Bauten wie das Jaguar Vertriebszentrum, OBI oder Media Markt Vorreiter. Aber es geht sichtbar aufwärts und in einigen tausend Jahren wird der Fortschritt hoffentlich auch Lokalitäten wie Volosolov eingeholt haben!

Nachdem ich dem „Windgott letztendlich 15 Jungfrauen geopfert hatte und dem Regengott weitere 10 versprochen hatte, wurde unsere Fahrt nach St. Petersburg in jeder Weise begünstigt, der Wind kam von da, wo er kommen sollte, nämlich von hinten, und der Regengott brachte sich nur ein paar Kilometer vor St. Petersburg mit ein paar zarten Tropfen in Erinnerung und teilte uns so mit, dass er die Jungfrauen in zufriedenstellendem Zustande bekommen hatte.

Die russischen Autobahnbauer habe ich dann noch mit 25 Jungfrauen bedacht zum Dank für ihre hervorragende Arbeit und dass sie den Ausgleich des Höhenunterschied zwischen Inland und der Hafenstadt St. Petersburg mittels einer perfekten radlfahrergerechten  Trasse bewältigt haben. So sind wir mindestens 3 km lang ohne zu bremsen mit 40 kmh dahingerauscht!

Von den mir verbliebenen 24 Jungfrauen werde ich mir einige zur Beruhigung für den Lufthansa Ground Manager St. Petersburg aufheben, der höchstwahrscheinlich irgendwelche Zicken bezüglich Fahrradtransport sich einfallen lassen wird. Den Rest werde ich einfach zurücklassen bzw. eigenverbrauchen.

Ebenso den Pfefferspray, nachdem ich ihn tatsächlich kaum einzusetzten brauchte – die Androhung des Einsatzes zeigte meistens bereits die gewünschte Wirkung - habe ich ihn in den letzten Tagen aus Jux dazu benutz, meine Frühstückseier im Hotel publikumswirksam zu würzen!

Zum Abendessen war ich mit Leo beim Japaner, um

den Abschluss meiner Tour,

das Ende unserer gemeinsamen 2-Tages Minitour und

den Beginn seiner großen Tour zu feiern.

Dabei habe ich ausgiebig mein neues Übersetzungsprogramm an der Kellnerin ausprobiert: Man schreibt den gewünschten Text ins Iphone, drückt auf den Translate Button und schon spricht das kleine Wunderding den ins russische übersetzten Text der zart errötenden Kellnerin vor! Wirklich Klasse!

30.5.11 22:03


29.Mai von Narva nach Volosovo, 82 km, 1200 hinter mir, noch 86 km vor mir

29.Mai von Narva nach Volosov, 83 km, 1201 km hinter mir und noch 86 vor mir

Die EU-Außengrenze ist für uns kein unüberwindbares Hindernis, in 10 Minuten sind wir durch! Die russische Immigration Generalin hat mir nach anfänglichem Sträuben schließlich doch geholfen, das in nur russisch angefertigte Formular  richtig auszufüllen.

Ganz anders die armen Trucker, die in Narva bis zu 15 Tage lang in einer endlosen Schlange am Straßenrand auf ihre Abfertigung warten müssen. Ddie Russen fertigen nur 17 Trucks pro Tag ab, das sind die Auswirkungen eines psychologischen Kleinkriegs zwischen Estland und Russland. Die  Esten machen angeblich Zicken wegen der Zweisprachigkeit in Estland. Gegenüber an der finnisch – russischen Grenze werden pro Tag 1100 Trucks pro Tag abgefertigt!

Jetzt sind wir aber drüben, Narva heißt hier Ivanograd,  Leo stattet sich mit einer lokalen Prepaid Karte auf und schon geht’s dahin auf guter Straße mit guten Winden bis in die hübsche Garnisonsstadt Kinisepp, wo wir uns im Supermarkt verpflegen.

Auf einer Straße zweiter Ordnung,  bei zuerst hervorragendem, später zunehmend mieser werdenden Straßenzustand strampeln wir zu unserem heutigen Tagesziel, der Stadt Volosovo. Ich setzte diese Routenwahl durch, da es in Volosovo außer sonst nix das einzige Hotel weit und breit gibt. Die alternative Route nach Peterhof hätte mir aber einen 130 km Ritt beschert.

Doch Leo konnte beruhigt sein, seinem armen Vater mit seinem noch ärmeren Allerhintersten  hat es auch so gereicht!

 

29.5.11 19:49


28. Mai von Jöhvi nach Narva, 51km, 1118km hinter und noch 94 vor mir

  

28.Mai von Jöhvi nach Narva, 51 km, 1118 hinter und noch 94 vor mir

Im gleichen Gebäude des Wironia Hotels in Jöhvi gibt’s auch noch das Pub Privaat inclusive einer integrierten Disco. Leider konnte ich in meinem Hotelzimmer nur das bumm bumm und hin und wieder auch die Bässe hören, das dafür aber bis spät in die Nacht.

Um nicht komplett ausflippen zu müssen, habe ich meine noise reduction Ohrhörer in meine Ohren installiert und habe mir den 4.Satz von Schumanns erster Symphonie auf Dauerbetrieb eingestellt. Nach dem ich so die halbe Nacht beschallt wurde, kenne ich diesen Satz der Symphonie so auswendig, daß ich ihn zu jeder Tages-und Nachtzeit ohne Vorwarnung runterpfeifen könnte.

Trotzdem war ich am Morgen pünktlich um 10.00 im Sattel und in einer gemütlichen Fahrt a la Münchner Biergartenrunde hat mich mein braves Stahlross bei excellenter Straße und mäßigem Verkehr bis in die alte Grenzstadt Narva getragen. Sowohl der Gegenwind war mir heute gnädig als auch mein allerwertester Sattelbesitzer hat sich nicht gerührt und war die ganze Zeit mucksmäuschenstill!

Narva ist seit urdenklichen Zeiten die Grenzstadt zwischen dem russischen Reich und ? (Estland, Schweden, Dänemark, Deutschland-Deutschritterordenland… ). Die eigentliche Grenze bildet der gleichnamige Fluß Narva, der als einziger Abfluss den Peipisee in die Ostsee (Finnischer Meerbusen) entwässert.

An den beiden gegenüberliegenden Flussufern der Narwa sind jeweils gewaltige Burgen entstanden, die Burg auf der russischen Seite des Flusses hat eine gut und gerne 200 Meter lange Mauerfront, die Burg auf der westlichen Seite wird von einem viereckigen Turm, dem „Hermann“ überragt. Heute dienen die Burgen als touristische Attraktionen, aber auch als Naherholungsgebiete für die Narvaener, und leider auch als Trinkbiotope für die zahlreichen Alkoholiker- und – innen.

Zwischen den beiden Burgen verbindet eine moderne Brücke beide Ufer, an den jeweiligen Brückenköpfen sind die Grenzstationen errichtet. Da dies eine EU-Außengrenze ist, ist neben der russischen auch die estnische Seite dicht mit hohen Metallzäunen abgesichert.

Diese Grenzen zu überwinden, wird morgen unser Frühsport sein.

Gleich kommt mein Sohn Leo mit dem Zug aus Tallin angereist. Die nächsten zwei Tage werden wir dann gemeinsam nach Puschkin, einer kleinen Stadt nächst dem St. Petersburger Flughafen radeln.

Heute Abend ist dann noch das Champions League Endspiel FC Barcelona gegen Manchester United angesagt, mal sehen, ob der Fernseher in der Lobby des Centrum Hotels das auf irgendeinem Kanal anbieten wird.

 
28.5.11 19:10


23.-26. Mai Tallin

 

23.-26.Mai Rasttage, Finnischer Meerbusen, Tallin

Am 23.Mai 20 km Radlausflug zur Ostseeküste. Die Küste ist eine jäh und senkrecht abfallende Steilküste, ca. 20 Meter hoch, man kann praktisch nirgends runter.

Am Ende meiner Runde übersehe ich, dass hinter mir pechschwarze Wolken aufgezogen sind. Am letzten Drücker erreiche ich ein Wirtshaus an der A1, der Hauptstraße, die Tallin mit Narva verbindet.

Kaum bin ich drinnen, beginnt es draußen aber richtig zu schütten.

Die Kneipe wird von einer kleinen koreanischen Dame betrieben, sie schaltet extra für mich die Discokugel und die dazu passende Discobeleuchtung an der Decke ein, so dass ich meine koreanischen Nudeln optisch aufgehübscht verzehren kann. Da der Regen nicht nachlässt und ich nix zum Schutz dabei habe, ordere ich ein Taxi, das mich und meinen Drahtesel trocken und warm zurück zum Hotel bringt.

24. Mai

Fahrt mit dem Linienbus nach Tallin, mein Rad und den größten Teil meines Gepäcks lasse ich im Hotel in Jöhvi zurück. Ich nehme nur meine Schmutzwäsche mit, da das Hotel in Tallin einen Laundry Service hat.

25. Mai

Stadtbesichtigung in Tallin. Da ich schon zweimal zuvor in Tallin war, kenne ich das mittelalterliche Stadtzentrum schon. Ich buche deshalb eine Doppelstockbus Sightseeing Tour durch das östliche Tallin. Um den Beginn des vorigen Jahrhunderts bauten sich rund um das Sommerschloss, das sich Zar Peter hier gebaut hatte, reiche St. Petersburger großzügige Villen in Holzhausarchitektur in die parkartige Landschaft, das heutige Stadtviertel Kadriorg, quasi das Bad Ischl des Nordens!

Am Nachmittag fahre ich durch halb Tallin ins Kristina Shopping Center, um für meinen Herrn Sohn und seine anstehende Radtour 4 Stück Speichen Muttern zu erstehen, neben den Taxikosten von 16 € mußte ich auch noch 0,40 € für die blöden Speichenmuttern löhnen.

Ja und da war noch die 15-Mann starke Haare Krishna Truppe, die durch das mittelalterlichen Stadttor Tallins, angeführt von einem Harmonikaspieler und einem Trommler, tänzelnd sich näherte. Die jungen Herren hatten alle ein friedlich beseeltes Lächeln im Antlitz, ihre Köpfe waren kahlgeschoren mit einem kleinen Haarschwänzel hinten dran und ein weißer Schminkstrich verband Stirn und Nase.  So bewegten sie sich tänzelnd und sich dabei hin und her drehend, manche hatten beide Arme gen Himmel erhoben – ein Bild des Friedens, der Freude und des Eierkuchens!

Das alles war zu viel für zwei sturzbetrunkene junge Russen! Sie dachten wohl, der Umzug fände ihnen zu Ehren statt und leicht wankend, ihre Bierflaschen hoch erhoben, reihten sie sich grölend in den Umzug der gelbweiß gewandeten Friedensjünger ein. (Ich habe im richtigen Moment auf den Auslöser gedrückt und kann euch gerne auf e-mail Anfrage das Bild zuschicken! – Das Leben ist manchmal wirklich schön!)

Den Abend verbringe ich mit Aila, Martinas Freundin aus Helsinki, mit der wir schon mehrmals gemeinsam den Winterurlaub verbracht hatten. Sie ist mit dem High Speed Catamaran in 90 Minuten von Helsinki herübergekommen, Da starker Wind und hoher Wellengang herrschte, kam sie ziemlich blass an Land. Wir sprechen über meine Reise, die baltischen Sprachen inclusive Finnisch und versuchen einen Termin für den nächsten gemeinsamen Schiurlaub zu finden. Mit der Nachtfähre kehrt sie bei beruhigter See ungekotzt wieder zurück nach Finnland.

26. Mai

Heute besichtige ich mit einer anderen Doppeldeckertour die westlichen Vorstädte Tallins.

Hier sieht man wenig spektakuläre, aber interessante Industriearchitektur des 20. Jahrhunderts, Bauhaus Villen, Baudenkmäler aus der Sowjetzeit und die so genannten Talliner Häuser, je  zwei symmetrische Wohnflügel aus Holz mit einem steinernen Treppenhaus in der Mitte. Die meisten Gebäude sind noch nicht renoviert, so dass die Tour für an Architektur der neueren Zeit nicht Interessierte eher enttäuschend zu sein scheint.

Am Spätnachmittag fahre ich zum Flughafen und helfe meinem aus Frankfurt angekommenen Sohn beim Transport seines umfangreichen Gepäcks nebst seinem Rad in sein Hotel.

Er nimmt an einer Insolvenzkonferenz für Osteuropa teil, neben seinem Anzug und seinem business Zeugs hat er sein gesamtes Gepäck für seine Radtour dabei, die er in zwei Tagen in Narva beginnen wird.

Er kann sich den Abend freinehmen, sodass wir ein entspanntes Dinner in einem netten indischen Restaurant am Hauptplatz von Tallin genießen können.

Unsere Wege trennen sich aber schon wieder, während er in Tallin seine Konferenz absolviert, begebe ich mich heute, den

27.Mai

wieder auf die 3 Stunden Busreise zurück nach Jöhvi, zu meinem Gepäck, meinem Radl und meinem Hotel.

27.5.11 10:06


21.Mai vom Lake Peipi nach Jöhvi, 85km, 1067 hinter und noch 145 vor mir

     

21, Mai vom Lake Peipi nach Jöhvi, 85 km, 1067 hinter und nur mehr 145 vor mir

Nachdem ich am Abend zuvor als letzte gute Tat noch drei Schnacken an der Wand befestigt hatte, war ich schnell und geräuschlos in Morpheus‘ Reich entschwunden.

Die Oberfläche des morgenstillen, spiegelglatten Sees wird noch von keiner Welle gestört. Dieser Anblick weckt am Morgen schnell meine Lebensgeister und nach dem Frühstück bin ich innerhalb von 10 Minuten reisefertig. Inzwischen hat sich schon eine gewisse Pack-Routine ergeben und ich radle gut aufgelegt den nordwestlichen Quadranten des Lake Peipi ab, leiste mir ein paar Abstecher in kleine Dörfer, die zwischen der Hauptstraße und dem See liegen, lege mehrere Fotopausen ein und fühle mich schon abgebrüht genug, um nicht vor der heute geplanten 85 km Strecke vor Ehrfurcht zu erstarren.

Jede der kleinen Ansiedlungen hat eine gepflegte altkatholische Kirche, gekrönt von mehreren Kuppeln, die meist vergoldet und mit einem Kreuz, das im unteren Teil noch einen schrägen Querbalken hat, gekrönt sind.

Die Häuser sind klein, oft ärmlich, aber viele werden jetzt renoviert und zeugen von der Liebe der Esten zu ziemlich wilden Farben. Ich bin ja keiner, der einem guten Kitsch aus dem Wege geht, und so freue ich mich über jeden der bunten Farbklekse in der Landschaft und werde gar nicht müde, diese zu fotografieren!

Ich kann mich noch gut an die verwegenen Farbkombinationen erinnern, die ich letzten Sommer in Cape May angetroffen hatte. Cape May ist ein kleines, aber schickes Städtchen südlich von Atlantic City an der Mündung des Delaware Rivers. Meine Frau war zu einer Hochzeitsfeier eingeladen und ich durfte sie zu ihrem Schutz begleiten.

Ganz Cape May ist unter Denkmalschutz gestellt, und zwar wegen der vielen, top in Schuss gehaltenen viktorianischen Häuser. Die Häuschen stehen inmitten von üppigen und mit Blumen reich geschmückten Gärten. Sie sind in den wildesten Farbkombinationen bemalt - Kombinationen wie Fliederrot mit Hellgrün und Violett, oder Dunkelbraun mit Eierschalengelb und Rosarot. Dazu noch viel Deko-Schnickschnack, in amerikanischen Farben gehaltenen Girlanden vor der Haustür und den Fenstern, dazu noch amerikanische Flaggen satt. Und es sah toll aus!

Ich konnte mit dem Fotografieren gar nicht mehr aufhören - so schön kann Kitsch sein!

Endlich habe ich das Nordufer des Lake Peipi erreicht. Die A3, an der  ich jetzt schon ein paar Tage entlangstrampele, biegt nun nach Norden ab, um die 50 km der Landenge, die den Lake Peipi von der Ostsee trennt, zu durchqueren.

Nach ein paar weiteren Kilometern steuere ich eine am Straßenrand errichtete Räucherfischhütte an, um meine 1000 km Feier mit dem Fischer und seiner Frau zu zelebrieren.

Der Fischer war aber gerade nicht zu Hause, so dass ich mich mit dem herrlich schmeckenden geräucherten Fisch, natürlich im Peipisee gefangen, und der ebenfalls appetitlichen Frau des Fischers begnügen mußte.

Ich war jetzt wegen der 1000 km ganz kurz ein klein wenig stolz auf mich, und habe mich an die Schildkröte erinnert, die von München aus zu ihrer Wanderung zum Chiemsee aufgebrochen war – wie es ihr wohl inzwischen ergeht, ist sie schon im Chiemgau gelandet?

Sollte jemand von Euch, liebe blog-Gemeinde, die Schildkröte unterwegs sehen – sie heißt übrigens Tranquilla Trampeltreu, dann richtet ihr viele liebe Grüße von mir aus und sie möge bitte auf keinen Fall aufgeben, auch wenn ihre Hinterradbremse einmal blockieren sollte (aber haben Schildkröten überhaupt eine Bremse? - die brauchen doch eher einen Accelerator oder zumindest einen Nachbrenner!).

Für eine größere Feier bleibt aber keine Zeit. Ich muss ja schließlich noch nach St. Petersburg und auch auf die Fischersfrau wartet neue Kundschaft.

So erlebe ich – weil es langsam ja doch schon dem Ende zugeht -  etwas wehmütig die liebliche Landschaft im Norden Estlands. Feine Kontraste zwischen den verschiedensten Grüntönen, im Vordergrund ein Meer von blühenden gelben Löwenzähnen und – anders gelben – Rapsfeldern bezaubern mich und zwingen mich immer wieder Fotostops einzulegen.

Aber der Gefühlsduselei geht spätestens 15 Kilometer vor meinem heutigen Tagesziel, der Stadt Jöhvi, die Luft aus. Mein meistgehasster Gegner, der liebe Gegenwind, hat mich wieder mal zu seinem Opfer auserkoren.

Diesmal lasse ich mir aber nix anmerken, ich beiße meine Zähne zusammen und erreiche mit erhobenem Haupte, in sportlicher Haltung wie Lance Armstrong

-ab jetzt folgt Wunschdenken -

und unter tosendem Applaus der Massen die Stadt Jöhvi. Vor dem Hotel reißen sich die begeisterten Zuschauer darum, mich behutsam vom Rad zu heben, sie streiten sich heftig, wer meine 4 Satteltaschen zur Rezeption tragen dürfe und die Rezeptionistin füllt freiwillig und eigenhändig den Meldezettel für mich aus. In meinem geräumigen, angenehm temperierten und geschmackvoll eingerichteten Hotelzimmer wartet das nach frischem Lavendel duftende Badewasser schon eingefüllt und am Nachtkästchen steht schon ein frisches perlendes Blondinchen bereit, mich zu erfrischen!

-Ende Wunschdenken.

Jöhvi wurde als Poststation für die alte Zarenpost, die St. Petersburg mit den Hauptstädten Westeuropas, Berlin, Paris, Wien und London verband, gegründet. Ja, ist schon gut - natürlich auch mit München und Fischbachau!

Seither ist dann in Jöhvi nix Erwähnenswertes mehr passiert.

Das einzige Restaurant war für eine Hochzeit reserviert, der Pub im Erdgeschoß des Hotels bot außer Discogedröhne nix mehr zum Essen an (das Küchenpersonal hatte schon die Flucht ergriffen), in dem anderen Pub war eine Geburtstagsfeier.

Das Geburtstagskind, die Powerplantingenieuse Jule, war gerade 32 Jahre alt geworden, war Kategorie II Mitglied und bestand darauf, dass ich mich in die finstere Kneipe hineinzuwagen hatte und so saß ich da inmitten vieler junger Frauen und der alten Tante und war neben Jules Ehemann und ihrem Onkel der einzige Mann im dem Etablissement. Da Jöhvi eine rein russische Stadt ist - in der nordöstlichen Provinz Estlands wird neben Estnisch vorzugsweise in Russisch unterrichtet, kam ich bald in die Verlegenheit, mit dem Onkel Wodka trinken zu müssen.

Als dann endlich mein Essen kam, beschlossen die Damen, ich hätte jetzt gefälligst mit ihnen zu tanzen. Das war natürlich genau das, was ich jetzt noch brauchte, außer dem Frühstück und dem 1000 km Fisch hatte ich noch nichts im Magen, und dann war ich ja auch noch gefühlte 100 km (siehe Gegenwind) gestrampelt, Bewegung hatte ich also heute schon reichlich gehabt!

Leider hatte ich meinen Pfefferspray im Hotel zurückgelassen. So blieb mir nichts Anderes übrig, als höflicherweise gute Miene zum bösen Spiel zu machen, ich hampelte drei Minuten mit sieben relativ frischen Jungfrauen auf der Tanzfläche herum und als die Platte aus war, verdrückte ich mich und mein Essen schnell, kippte zum Dank mit Jule noch einen Wodka und empfahl mich auf leisen Sohlen. Mutterseelenalleine wankte ich durch das menschenleere Jöhvi ohne weiter Umwege und nächtliche Abenteuer heim ins schützende Hotel.

Heute, am 22. Mai war Rasttag angesagt, ich habe mir mein Ausgehhemd gewaschen, diverse Büroarbeit gemacht wie Hotels für die nächsten Tage im Internet gesucht und gebucht und auch die Ausflüge der nächsten Tage geplant – und diesen blog-Eintrag konzipiert, geschrieben, verworfen, wieder geschrieben, 3-mal geändert, korrigiert, gekürzt, nicht gespeichert, dann noch ein weiteres Mal aus dem Gedächtnis geschrieben weil inzwischen der Computer abgestürzt war….

Meine Radtour ist ab heute unterbrochen und geht erst am 28. Mai wieder weiter, da werde ich abends in Narva (45 km östlich von Jöhvi, Grenzstadt zu Russland) den Leo, meinen lieben Herrn Sohn treffen, der mich den letzten Abschnitt meiner Radltour bis St. Petersburg begleiten wird.

Im Gegenzug begleite ich ihn auf der ersten Etappe seiner Radreise, die ihn von Narva aus über St. Petersburg und Murmansk zum fernen Nordkap führen wird. Seine Reise wird die Fortsetzung einer Radltour vom letzten Jahr sein, wo er von München aus 2300 km weit bis nach St. Petersburg fuhr. Ein kleines Stück dieser Reise habe ja nun auch ich erlebt und umso mehr habe ich jetzt Respekt vor seiner Leistung – Hut ab Leo!

Morgen werde ich zum sightseeing nach Norden radeln, zur Küste des finnischen Meerbusens.

In diesem Zusammenhang muss ich Euch noch von Laura erzählen, der jungen Dame aus dem schönen Hotel Villa Aarde am Gestade des Lake Peipi.

Sie war vollschlank, Typ Vollweib mit hübschem Gesicht und anmutigem Betragen. Als sie mir das Abendessen servierte, trug sie ein schwarzes Kleid a la Marylin Monroe beim Geburtstagsständchen für John F. Kennedy. Dazu passend high heels, zusätzlich umrahmte ein figurbetonender cremefarbener Spencer das reichhaltig gefüllte und gut einsehbare Schaufenster. Eine appetitliche Erscheinung, dem  hervorragendem Essen absolut gerecht werdend!

Trotz ihrer Leibesfülle ganz klar der Kategorie I zuzuordnen!

Ihre Strategie ist ebenso klug wie erfolgversprechend: anstatt sich am Malibu Beach mit tausenden zurechtgelifteten Silikontanten zu messen, kann sie beim diesjährigen Wet-T-Shirt-Contest hier am Peipi Beach als einzige ernstzunehmende Teilnehmerin sicher mit dem ersten Platz rechnen.

Als sie mir heute Morgen das Frühstück servierte, war sie überraschenderweise noch genauso chic aufgemaschelt wie am Abend davor.

So, jetzt ist aber blog-Pause, wenn mein touristisches Programm mir noch Zeit lässt, werde ich kurz mal meine Gedanken zu den Baltischen Sprachen zum Besten geben - ist aber nicht versprochen!

Dann bleibt bitte gesund und munter bis zum 28. Mai, dann geht’s wieder weiter.

Aber vielleicht könntet auch Ihr mir mal wieder schreiben?- nicht nur immer vorm TV hocken!

22.5.11 19:03


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