Logbuch meiner Radltour von Danzig nach St. Petersburg im Mai 2011

 

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17. Mai von Ligatne nach Valmiera 64 km, total 771km

  

17.Mai von Ligatne nach Valmiera, 64 km

Nach einem verregneten Morgen entschließe ich mich, bei leichtem Nieseln gegen 11.30 doch loszufahren. St. Petersburg ist schließlich noch eine Ecke weg, und mit lauter Rasttagen komme ich meinem Ziel schließlich auch nicht näher!

Die Entscheidung war richtig, es ist zwar die ganze Strecke feucht, aber von heftigem Regen bleibe ich verschont.

Da mir vom Weg direkt nach Norden auf die A3 unter Hinweis auf den schlechten Straßenzustand abgeraten wurde – mein Ausflug auf lettische Nebenstraßen ist mir noch in guter bzw. schlechter Erinnerung, fahre ich zuerst in  der St. Petersburg entgegengesetzten Richtung wieder bis zur A2, die in NOO Richtung nach 200 km die russische Grenze trifft. Auf dieser Straße bleibe ich die folgenden 20 km.

In beiden Richtungen beobachte ich mit Holz vollbeladene Trucks und wundere mich über unsere Transportgewohnheiten. Wer weiß, was dann erst in den mit Planen abgedeckten Trucks so hin und her gefahren wird!

Dann geht’s, diesmal in NON Richtung auf der recht gut ausgebauten Regionalstraße P20 ca. 40 km quer durch den Gaujas Nationalpark – eine liebliche Landschaft, leicht hügelig, mit anmutigen Bauernhöfen, und sogar einer alten, an Holland erinnernden Windmühle!

Mein Speed erreicht zwischendurch fantastische Werte, längere Strecken rausche ich mit 25 kmh dahin, die Anstiege zwingen mich dann allerdings dazu, die kleinen Gänge zu benutzen und ich bin dann meist wieder unter 10 kmh. Das schwere Gewicht meines Radls incl. des Gepäcks macht sich halt bei schon geringen Steigungen sehr bemerkbar.

Ähnliches konnte ich vor 40 Jahren schon in Brasilien erleben, ich hatte mir dort einen der ersten VW Campingbusse von einem VWdoBrasil Werksfahrer gekauft, die Einrichtung war Eiche massiv, der Dachträger war aus Stahlrohren zusammengeschweißt und sogar begehbar, vorne dran war ein Bullenfänger mit einer ganzen Batterie von Scheinwerfern und das ganze superschwere Vehikel wurde mit einem 34 PS VW Boxermotörchen angetrieben, mit dem Effekt, dass ich sogar auf den Autobahnen dort bei jeder geringsten Steigung in nullkommanix in den zweiten Gang runterschalten musste und mit 35-40 kmh dahingekrochen bin.

Mit der Nässe wurde es auch wieder kälter, nach ein paar km zog ich die Regenhose an, ein paar km später dann auch wieder meine Schiunterwäsche, irgendwann hat es dann gestimmt, ich war gut eingemümmelt und fühlte mich auf meinem Gefährt warm und geborgen wie zu Hause auf der Kachelofen Nordwand – oder zumindest fast so.

Unangenehm ist, dass durch den Niesel meine kleinen elektronischen Helferlein praktisch nicht mehr ablesbar sind: der Tacho mit dem Tageskilometerzähler (wie weit bin ich heute schon gefahren?) und das Navi (wie weit ist es noch bis zum Ziel? + Strassenkarte mit dem Routenverlauf). Ich bin zu faul zum Nässe abputzen und rufe statt dessen meinen Freund Terry in Birmingham an, der zusammen mit seinen 6 Katzen meine Tour auf seiner Google Earth Premium Version (vermutlich von der US Army geklaut!) live mit verfolgt. Aber leider ist er gerade jetzt nicht zu Hause oder er schläft noch, so muss ich in Gottes Namen in den sauren Apfel beißen, selber die Anzeigen von den Regentropfen befreien und erst dann kann ich sehen, wo genau ich mich gerade herumtreibe.

In Valmiera schließlich um 17.00 Uhr angekommen leitet mich mein Navi zielsicher zum falschen Hotel (weil ich es falsch programmiert hatte!), die Freude angekommen zu sein war also verfrüht und ich musste noch weit aus der hübschen Stadt raus in ein Gewerbegebiet mitten in eine kulinarische und kulturelle Wüste. Das Hotel Naktsmajas warb mit seinem skandinavischen Stil, ich dachte mir dass das was Tolles wäre, aber offensichtlich verbirgt sich hinter diesem Attribut der Hinweis, dass es außer Zimmern nix gibt, was ein normales Hotel auszeichnen würde (Lift, Restaurant, Minibar, Haarföhn...)

Zufälligerweise bin ich auf dem Weg zum zweiten Hotel dann noch bei einem Radlrepair vorbeigekommen, wo mir der freundliche Jungunternehmer meine Schaltung nachjustiert hat und mein treues Radl auch noch ein paar Tropfen Öl zur Belohnung abbekommen hat.

Über ein Lebenszeichen meiner Segelfreunde Katrin und Alf habe ich mich sehr gefreut und ich werde heute Abend noch einen trinken auf unsere gemeinsamen Freunde: den Rückenwind und Heinz!

 
17.5.11 19:23
 


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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Terry (17.5.11 23:54)
Ja Rudi - du hast mich angerufen, und zwar vor mittags? Keine Chance -, ich brauche meine Ruhe und muss richtig ausschlafen, and von deiner Reise unter den kalten, nieselden Regen nur träumen, leider. Sorry... Weiter radel', der Radl Rudi!

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