Logbuch meiner Radltour von Danzig nach St. Petersburg im Mai 2011

 

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18.Mai von Valmiere-Lettland nach Valga-Estland, 53km, noch 380km bis St. Petersburg

18. Mai von Valmiera nach Valga 53km, noch 380 km bis St. Petersburg

Mein blog-Fanclub wächst: soeben schrieben mir auf chinesisch die Damen des Shanghai Escort und Massage Service.

Wie kamen die jetzt bloß auf mich? Ganz einfach, sie lassen ein paar tausend Kulis jeden blog–Eintrag der Welt von Google Translater übersetzten, sind dabei auf den Namen Lignate gestossen, und weil – wie jeder weiß, die chinesischen Zeichen für - “te“ und“-tao“ identisch sind, dachten die Damen wohl, ich würde in Lig Nat Tao in der Provinz Wuh Han herumstrampeln und haben mir deshalb ihre Dienste angeboten! (tatsächlich befand ich mich aber in Lig-na-te in der Provinz Sigulda/Lettland ! ).

Ich habe vorsorglich diese Einträge gelöscht, um die Integrität meiner lieben blog-Gemeinde nicht zu gefährden.

Jetzt geht’s aber los, ich hab mein Radl vor dem Hotel im skandinavischen Stil aufgebaut und meine Satteltaschen eingehängt, noch ein kurzer Blick zu meinem Po, er hält wie ein Flugzeugabfertiger beide Daumen hoch, ich lasse mein linkes und rechtes Triebwerk an und weil ich mich heute von vornherein bereits warm eingepackt habe, besteige ich frohgemut meine mobile Kachelofen Nordwand und rolle über den Taxiway durch das morgendliche Valmiera zu meiner Startbahn A3, die mich nach Valga in Estland führen sollte.

Auf dem Weg dorthin komme ich neben an zwei gut sortierten Fahrradläden auch an einer Apotheke vorbei, vor der gerade zwei Kunstmaler an einem großen, aus Polyester gegossenen Lehrmodell eines Anus letzte Hand anlegen. Ich kann der Versuchung nicht widerstehen, wende und bitte den einen der beiden Künstler, von mir und besagtem Modell eine photographische Aufnahme zu machen. Diese werde ich meinem armen Po als Reiseandenken stiften!

Da beide Maler nicht Englisch oder Deutsch sprechen, kann ich nicht herausfinden, ob mit diesem Modell auf die Gefahren von Hämorrhoiden oder vielleicht vielmehr auf die schädlichen Auswirkungen exzessiven Fahrradfahrens auf diesen Körperteil hingewiesen werden sollte.

Das erste überlebensgroße Polyester Modell eines Anus habe ich übrigens vor zwei Jahren im Innenhof des relativ neuen Wiener Museumsviertels gesehen. Natürlich haben es sich die Wiener nicht nehmen lassen, an der Stelle, wo der Dickdarm das besagte Gebiet betritt, sinnigerweise einen Würstlstand einzurichten!

Den externen Ausgang hingegen benutzen viele naseweisen Schüler von Schulklassen um ihren Kopf in die Öffnung zu stecken. Auch kann man immer wieder sogar erwachsene Touristen bei selbigem Tun beobachten, diese lassen sich dann gerne dabei sogar fotografieren!

Einer meiner blog-Leser (Hallo Mark!) in England führt angeblich eine Strichliste darüber, wie oft ich auf meinen Po resp. auf meinen Hintern zu sprechen komme.

Lieber Mark, damit ist jetzt Schluss, ich vertraue auf Deine limitierten Deutschkenntnisse und werde ab jetzt alternative Bezeichnungen für selbigen wählen, ich hoffe, mir fällt genug dazu ein und ich muss nicht auf den Herrn Goethe zurückkommen! Meinen Freund Erwin bitte ich, ab jetzt eine entsprechende Strichliste zu führen die aussagt, wie oft es mir gelingen wird, besagte Begriffe elegant zu umschreiben!

Inzwischen habe ich die A3 erreicht, ich lasse meine Triebwerke aufheulen und auf der mit bestem Belag versehenen und verkehrsarmen A3 beschleunige ich innerhalb der nächsten 200 Meter auf Tempo 28, ich schalte jetzt auch meinen Autopiloten ein und fliege erhobenen Hauptes meinem heutigen Ziel, der Stadt Valga in Estland entgegen. Tatsächlich brauche ich für die 53 km nur gute 3 Stunden, allerdings bei leichtem Insgesamt-Gefälle und moderatem Rückenwind! Wozu bräuchte man dann noch die 74 Jungfrauen?

 Die Landschaft ist herrlich, das zarte Grün der Birkenwälder wechselt sich ab mit den nach Harz duftenden Kiefernwälder links und rechts der Straße.

Die Bauernhäuser sind meist aus Holz errichtet, mit Schindeldächern, manche Nebengebäude sind kunstvoll aus groben Steinen gebaut.

Da mein Autopilot hervorregend arbeitet, schweifen meine Gedanken wieder zu meinen Erlebnissen dieser Reise ab, wie zu diesen, das Fernsehen betreffende:

In den Hotelzimmern gibt’s meistens Fernseher, von dampfgetriebenen Modellen aus den 20-er Jahren bis zu schicken Flachbildschirmen. Die Programme decken grob gesagt von Deutschland bis Persien, tendenziell aber mehr östlich, mit Schwerpunkt Russland das Empfangsgebiet ab.

So stieß ich beim Zappen auf eine Casting Show im persischen Fernsehen, statt Dieter Bohlen saß da ein gewisser Achmed und statt Sylvie van der Fahrt jurierte eine Blondine mit Pferdeschwanz aus Deutschland, sie fragte jeden Kandidaten: „Sprichst Du Deutsch oder do you speak English?“ Bis auf einmal erntete sie nur verständnislose Blicke, aber einer nickte bei Englisch, verstand aber dann ihre Kritik offensichtlich doch nicht – ich übrigens auch nicht. Ihre Kommentare wurden jedenfalls aus dem Off ins Farsi übersetzt. Das verstand zum Glück nur ich dann nicht.

Ich hab dann bis zum Abspann gewartet, weil ich wissen wollte, wer diese kühle Blonde war und was sie im iranischen Fernsehen zu suchen hatte - aber auch der Abspann war in persisch, so dass ich leider nix näheres  über sie berichten kann.

Ansonsten haben sich die Fernsehprograme ja international weitgehend angeglichen, es gibt überall Talkshows, wo sich das Publikum auf Kosten von oft strohdummen und bedauernswert ungebildeten Unterschicht-Mitmenschen belustigt.

Und dann gibts natürlich überall die Kochshows! 

In diesem Zusammenhang muss ich richtigstellen, dass die Russen inzwischen auch ganz gesittet Messer und Gabel benutzen und nicht, wie immer wieder frech behauptet wird, mit Hammer und Sichel ihr Schnitzel bearbeiten.

Übrigens habe ich mir in Riga dann tatsächlich den ESC angeschaut, und darf hiermit meine Kündigung aus dem Lena-Fanclub bekannt geben. Leider hat sie ihren persönlichen Stil ganz aufgegeben und ist zu einer der vielen, beliebig austauschbaren Hüpf-Pieps-Heul-Clown-Clons geworden.

Immerhin hat sich Austria seiner kulturellen Vorreiterrolle, die mit Mozart und Beethoven begann und mit Hermann Meier noch nicht enden wird, besonnen und ist nicht Letzter geworden.

Aufgrund der teilnehmenden Länder lässt sich das neue Europa erahnen: ist mir dochbis jetzt nicht klar gewesen, dass sich beispielsweise Aserbeidschan zu Europa und nicht zum fernen Asien zählt!

Während dieser Betrachtungen sind die restlichen Kilometer weggestrampelt, ich erreiche frohgemut die Grenze inmitten der Stadt Valga und habe das 5-te und somit vorletzte Land auf meiner Reise – Estland erreicht.

Hier checke ich in dem schnieken Schlosshotel Metsis ein und bereite mich mental auf die nächste starke Tagesetappe vor, die mich, in Begleitung meines Allerwertesten natürlich - wenn alles gut geht morgen bis nach Tartu bringen wird.

18.5.11 16:50
 


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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Terry (18.5.11 23:03)
Rudi - "Wozu bräuchte man dann noch die 74 Jungfrauen?" - eigentlich nur 72, so weit ich weiss. You are right about Lena - awful, awful song this year, even by Eurovision standards. Nur Mut!

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