Logbuch meiner Radltour von Danzig nach St. Petersburg im Mai 2011

 

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19.Mai von Valga nach Tartu, 93 km

19.Mai von Valga nach Tartu

In Valga war ich in dem schicken Hotel Metis abgestiegen und bin dort prompt einem Grazer über den Weg gelaufen. Er arbeitet als Holzeinkäufer für eine estnische Firma mit Sitz in Tallin. Er musste aus Kostengründen einen Dienstwagen der Firma nehmen und fährt nun in der Steiermark,  in Rumänien und in Bulgarien, in seinen Holzeinkaufsrevieren, mit seinem Audi und estnischem Kennzeichen rum. Da sein estnischer TÜV aber  jetzt abgelaufen war, musste der arme Kerl die 2500km in drei Tagesetappen von Graz hier heraufgurken, war am Morgen von 08.15-08.20 in Valga beim Esten-TÜV und war um 08.30, zeitgleich mit mir wieder reisefertig für die Heimreise, wieder 3 Tage und nochmal 2500km!

Sein trauriges Schicksal hat mich so beschäftigt, dass ich beim rausfahren aus Valga meinen Garmin nicht genau genug beobachtet hatte. Bis ich es gemerkt hatte, war ich schon ziemlich abgetrieben und befand mich ca. 5 km südlich meiner eigentlichen Route, der A3, die Valga mit meinem Tagesziel, der Stadt Tartu verbindet.

Aber ich habe mich mit meinem Los abgefunden,  Zurückfahren war keine Alternative und so fuhr ich eine geraume Zeit in den estnischen Wäldern auf ausgezeichneten, menschen- und autofreien Straßen spazieren. Die Landschaft war herrlich, riesige Schafherden mit vielen kleinen Schäfchen begrasten endlose grüne Weiden, herrliche Wälder waren in allen erdenklichen Grüntönen geschmückt. Als dann endlich das erste Warnschild „3km Elch“ auftauchte, war ich hellauf begeistert, rückte doch eines meiner noch unerfüllten Lebensziele, nämlich einen Elch in freier Wildbahn zu erleben, spürbar näher!

Einmal, vor ein paar Jahren, war es allerdings schon fast soweit. Ich hatte mir auf ebay die Mitfahrt auf einem Ostseetörn ersteigert und wir liefen um 04.00 morgens den winzigen Hafen Veere auf der zu Estland gehörenden Insel Saaremaa an. Der dritte im Bunde, Hans, war etwas gehandicapt weil er sich schon beim ersten Anlandemanöver auf der der Insel Bornholm vorgelagerten Insel Christiansö den Arm gebrochen hatte. Deshalb wollte er der engen Schiffstoilette entfliehen und kaum waren wir an Land, verschwand er mit seinem Gipsarm im Wald zum Pinkeln, kam kurz darauf völlig aus dem Häuschen und aus dem dichten Wald wieder heraus und erzählte, dass ihm beim Pipimachen seelenruhig eine Elchkuh zugeschaut hätte. Da war es um mich natürlich auch geschehen, wie ein Maniac bin ich den ganzen Tag im Wald herumgerast auf der Suche nach dem Elch, habe aber außer ein paar Vögeln und einem Regenwurm keine weiteren wilden Tiere angetroffen. Am späten Abend musste ich meine Suche ergebnislos abbrechen, weil der Skipper in Richtung Finnland auslaufen wollte.

Aber, um eine lange Geschichte kurz zu halten, wie ich so dahinfuhr und permanent links und rechts den Strassenrand nach Elchen abscannte, kam von hinten ein riesiges Monster von Holzknechtautomat auf mich zu und unter ohrenbetäubendem Lärm überholte er mich sogar. Das Ding kann wohl alles, was einem gestandene Baum so im Leben widerfährt erledigen, besonders gut kann er die letzten Minuten abdecken, er greift sich den Baum, fällt ihn, entzweigt und entrindet ihn, schneidet ihn in handliche10 Meter lange Stücke und legt diese fein säuberlich auf den Transporter, den er zusätzlich hinter sich noch herzieht. Ein tolles Ding, kostet wahrscheinlich ein paar hunderttausend Euro, allerdings hat es für einen gescheiten Schalldämpfer nicht mehr gereicht und mein Elch ist ob dieses Lärms ganz bestimmt bis nach Lappland rauf gerannt und wird sich dort die nächsten Tage nicht mehr hinter seinem Busch hervortrauen!

Und mir ist eines meiner großen Lebenswünsche wiedereinmal durch die Lappen gegangen!

Irgendwann hab ich dann auch meine Hauptstrasse wieder getroffen und bin nach 93 km müde, aber zufrieden und in einem Stück in der von der Hanse gegründeten Stadt Tartu angekommen.

20.5.11 20:54
 


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